• Inez

Warum dein Erfolg von anderen abhängig ist – Studie von Harvard Professoren

Aktualisiert: Aug 1



Frank Lloyd Wright, ein kreativer, bekannter und amerikanischer Architekt lebte in Chicago, Illinois. Mithilfe von Kunsthandwerkern und Bildhauern hat er sich endlich nach 20 Jahren, einen Namen als Architekt gemacht. Also beschloss er, sein eigenes Studio in Wisconsin zu entwerfen, dass er Taliesin nannte. Er war der Überzeugung, dass er die hervorragende Arbeit auch alleine leisten konnte. Er brauche keine lästigen Mitarbeiter, die eh nur das Geld wollen. Also verließ er seine Familie und Mitarbeiter und zog in sein Atelier ein.

In Taliesin erlebte er ein Tief. Der hervorragende Architekt, der die Isolation wählte, um unabhängiger und besser zu werden, merkte, dass jenes Element, von dem er sich isoliert hatte, fehlte. Als großartiger Architekt bekam er kaum Aufträge. Ihm fehlten seine fähigen Mitarbeiter, die ihm bei der Fertigstellung der Entwürfe halfen.

Laut dem Management-Guru Peter Drucker:


„Wissensarbeiter besitzen im Gegensatz zu den Produktionsarbeitern die Produktionsmittel: Sie haben ihr Wissen im Kopf und können es folglich mitnehmen.“

Laut dieser Aussage, könnte Frank Lloyd Wright doch theoretisch sein Wissen mitnehmen und in Wisconsin trotzdem erfolgreich werden. Aber wieso funktionierte es nicht?

Mehrere Harvard-Professoren sagen:

„Es ist gar nicht so leicht Wissen mitzunehmen.“

Und aus diesem Grund haben sie sich mit einer Gruppe, die auf Wissensarbeit spezialisiert ist, den Herzchirurgen in Krankenhäusern, befasst. Die Harvard-Professoren Robert Huckman und Gary Pisano verfolgten zwei Jahre lang 38.577 Operationen, die von 203 Herzchirurgen in 43 verschiedenen Krankenhäusern ausgeführt wurden. Sie wollten herausfinden, inwieweit die Wissensarbeiter, die Chirurgen, in der Lage waren, ihr Wissen mitzunehmen und unabhängig von ihren „gewohnten“ Arbeitskollegen zu arbeiten.

Die Professoren entdeckten, dass die Herzchirurgen mit zunehmender Erfahrung nicht besser wurden. Sie wurden nur in dem speziellen Krankenhaus besser, in dem sie praktizieren. Sie konnten ihre Leistung nicht mitnehmen, denn das Sterblichkeitsrisiko in anderen Krankenhäusern fiel höher aus, als in dem Krankenhaus, wo sie normalerweise die Operationen durchgeführt haben. Somit haben die Harvard-Professoren die Aussage von Peter Druck: „Wissensarbeiter besitzen im Gegensatz zu den Produktionsarbeitern die Produktionsmittel: Sie haben ihr Wissen im Kopf und können es folglich mitnehmen.“ widerlegt.

Was ist also passiert?

Die Chirurgen wurden nicht besser, aber sie lernten ihre Kollegen besser kennen. Sie lernten ihre Stärken, Schwächen, Gewohnheiten und Verhaltensweisen kennen. Die Beziehung und das Vertrauen, welches zu ihren Kollegen entstand, verhalf den Chirurgen, die Operationen besser durchzuführen und das Sterblichkeitsrisiko zu verringern. Befanden sich die Chirurgen in anderen Krankenhäusern, bedeutete es für sie, dass sie erstmal mit der Umgebung vertraut werden mussten. Sie kannten ihre neuen Kollegen nicht und waren theoretisch auf sich selbst gestellt. Die Beziehungen waren nicht so stark, wie im „eigenen“ Krankenhaus.

Der Architekt Frank Lloyd Wright und die beobachteten Chirurgen leisten großartige Arbeit. Sie können hervorragend ihr Produktionsmittel, ihr Wissen, einsetzen und der Menschheit dienen. In ihrem Wissen hatten sie leider nur eine Lücke:

Sie sahen es nicht ein, dass sie abhängig von anderen, ihren Kollegen und Mitarbeitern, waren.

Diese Menschen sind äußerst intelligent, warum akzeptieren sie nicht, dass auch SIE abhängig von anderen sind?

Abhängig von jemandem zu sein, bedeutet für viele eine Schwäche. Sie wollen alles alleine schaffen, ihre Schwächen bestmöglich nicht zeigen und an die große Spitze ganz allein gelangen. So wollen sie zeigen, dass sie unbesiegbar sind. Sie wollen den ersten Platz für sich alleine haben und für ihren Erfolg bewundert werden.

Sie wollen die Macht haben Menschen, die alles alleine schaffen wollen, sind sich ihrer Macht bewusst und sie haben Angst, diese Macht zu verlieren. Sobald du Aufgaben anderen übergibst, übergibst du auch deine Kontrolle. Genau das fürchten sie: Macht und Kontrolle zu verlieren. Das verleitet sie dazu, alles alleine schaffen zu wollen und sich von anderen zu isolieren.

Was passierte, als sie in ihrem vertrauten Umfeld gearbeitet haben?

Sie waren erfolgreicher, weil sie ihren Kollegen vertraut haben Sie haben ihre Arbeit mit anderen geteilt. Der Architekt und Chirurg wurde nicht besser, sondern sein Umfeld, mit dem er kooperierte. Wie die Studie zeigt, bringt es uns Menschen nichts, alles zu wissen und die Welt alleine zu „erobern“. Diese Menschen kamen nicht weiter, auch als sie großartige Ideen hatten. Frank Lloyd Wright hatte, als er nach Wisconsin gezogen ist, 20 Jahre lang nichts als Architekt fertiggestellt, bis er einsah, dass Mitarbeiter wirklich notwendig sind.

Für deinen Erfolg musst du einsehen, dass du abhängig von anderen bist. Das Wort „abhängig“, ja ich weiß, hört sich so negativ an...ich mag es genauso wenig. „Abhängig zu sein“ bedeutet:


Ein Netzwerk aufzubauen und mit ihm im Vertrauen zusammenzuarbeiten.
3 Ansichten