• Inez

3 Effekte, die deine Einstellung zu deinen Mitarbeitern verzerren



Positive und negative Einstellung wirkt sich auf alle deine Lebensbereiche aus. Oft ist sie jedoch in einem privaten Kontext zu finden: positive mind = happy life


Welche Rolle spielt deine Einstellung, wenn es um deine Mitarbeiter geht?


Bei der Führung von Mitarbeitern denkst du als Führungskraft oft gar nicht darüber nach, dass du einen großen Einfluss auf deine Mitarbeiter hast. Viele Führungskräfte gehen davon aus, dass sie sehr wenig Macht und Einfluss auf ihre Mitarbeiter ausüben, weil sie nicht das machen, was sich die Führungskraft vorstellt. Denn Einfluss wird auch oft mit Macht verglichen. Wenn also Deadlines nicht eingehalten werden und alle Projektaufgaben sich verschieben, dann fangen die Führungskräfte an, strenger zu sein, die ToDo-Listen zu verlängern und plötzlich alles neu zu strukturieren.


Die Folge ist jedoch nicht die, dass alles rund läuft. Sondern, dass die Mitarbeiter verärgert, frustriert und unmotiviert sind. Die Führungskraft denkt jedoch "Ich habe alles im Griff."


Hat sie es wirklich?

Deine innere Einstellung bedeutet Macht und Einfluss - die sich die Führungskräfte so sehr wünschen.

Deine Einstellung, sei sie positiv oder negativ, erkennst du daran, wie du über dich und andere denkst, welche Gefühle es bei dir auslöst und wie du dich in diesem Zusammenhang verhältst. Deine Einstellung hilft dir, andere Personen einzuschätzen und anhand dessen Entscheidungen zu treffen. Deine Entscheidungen werden von deinen Gefühlen beeinflusst und spiegeln sich schließlich in deinem Verhalten wider. Deine Denkweise, unabhängig ob im privaten oder beruflichen Kontext, hat also einen großen Einfluss auf deine Mitarbeiter.


3 Effekte , die deine Wahrnehmung in Bezug auf deine Mitarbeiter verzerren


Effekt #1 Framing


Framing beschreibt den Effekt, wie eine Information dargestellt wird. Wird sie in einem schlechten Rahmen dargestellt, wird sie auch so wahrgenommen. Das liegt daran, dass wir Menschen uns innerhalb von Sekunden beeinflussen lassen und wenig Wert darauf legen, andere Sichtweisen in Betracht zu ziehen. Bzw. unser Gehirn ist in dieser Hinsicht etwas faul, möchte dich jedoch mit den bestmöglichen Informationen versorgen.

So wirkt sich das auf deine Mitarbeiter aus:

Befindet sich dein Mitarbeiter in dem Rahmen "Er ist unzuverlässig und ich kann ihm keine Verantwortung übertragen", dann wird jede Entscheidung von dir in diesem Rahmen getroffen. Denn dein Mitarbeiter ist von dir negativ geframed. Hast du das Gefühl, dass der Mitarbeiter mit Absicht eine Deadline nicht einhält und einige Aufgaben hinauszögert, dann wirst du bezüglich dem Mitarbeiter in jeder Hinsicht diese Einstellung haben. Weil deine Denkweise sich in diesem Rahmen bewegt.


Effekt #2 Selektive Wahrnehmung


Bei der selektiven Wahrnehmung werden die Informationen wahrgenommen, die wahrgenommen werden wollen und die, die an deine innere Einstellung knüpfen. In diesem Moment denken wir nicht objektiv, weil widersprüchliche Informationen ignoriert werden. Wir wollen nur das wahrnehmen, was wir wollen und suchen gezielt nach Informationen, wie mit einer Lupe.

So wirkt sich das auf deine Mitarbeiter aus:

Wir nehmen wieder den Mitarbeiter, der die Deadlines nicht einhält. Die Situation ist wiederholt vorgekommen und du hast das Gefühl, dass du dich auf ihn nicht verlassen kannst. Du wirst nun nach jenen Anzeichen bei ihm suchen, die dein Gefühl bestätigen. Du suchst gezielt nach Informationen, die für deine Einstellung gegenüber dem Mitarbeiter sprechen und nicht gegen sie. Du möchtest eine Bestätigung für deine Annahme haben. Der Mitarbeiter ist von deiner Einstellung "ich kann mich nicht auf Mitarbeiter A verlassen" #geframed worden und Anzeichen wie das Zuspätkommen, Wunschfreietage, unvollständige Aufträge etc. bestätigen deine Einstellung.


Effekt #3 Verfügbarkeit


Die Bedeutung von Information wird von der Eintrittwahrscheinlichkeit abhängig gemacht. Ist ein Ereignis in der Vergangenheit häufig aufgetreten, so kannst du dir einen erneuten Eintritt leichter vorstellen.


So wirkt sich das auf deine Mitarbeiter aus:


Hat der Mitarbeiter in der frühen Vergangenheit häufig die Deadlines verpasst, so gehst du davon aus, dass er das nochmal tun wird. Und es wird dich nicht überraschen.


Diese Rolle spielt deine Einstellung


Das Framing, selektive Wahrnehmung und Verfügbarkeit sind bekannte Effekte aus der Informationswahrnehmung des Gehirns, die deine Einstellung gegenüber deinen Mitarbeitern verzerren können. Umgehen kannst du sie nicht, jedoch beeinflussen und zwar indem du deine Grundeinstellung änderst. Tendierst du eher dazu alles negativ zu sehen, so wirst du auch deine Mitarbeiter in einem negativen Kontext betrachten. Denn deine Gedanken lassen keinen Raum für Positives, wenn du dich nur auf das Negative konzentrierst. Andersrum funktioniert es übrigens genauso gut.


7 Maßnahmen, um die Effekte in deiner Wahrnehmung abzuschwächen

  1. Suche nach gegenteiligen Informationen. Wann hat Mitarbeiter X die Aufträge vor der Deadline eingereicht? Wann ist er auf dein Wunsch länger geblieben?

  2. Frage nach dem Grund und biete, wenn nötig Unterstützung an. Oft sind persönliche Angelegenheiten der Grund für fast alles. Braucht der Mitarbeiter X Unterstützung in Form von Trainings, um seine Kompetenz zu erweitern? Macht er eine schwierige Phase durch? Haben sich seine Interessen verändert?

  3. Mach dir Notizen zu deinen Mitarbeitern. Unser Gehirn kann uns mit seinem Erinnerungsvermögen trügen. Verlasse dich nicht drauf, denn eine Wiedergabe von vergangen Informationen kann nach einer Zeit ganz anders wahrgenommen werden oder das Urteil beschränkt sich auf die frühsten Ereignisse aus der Vergangenheit - Stichwort #Verfügbarkeit.

  4. Setze alternative Frames. Wenn Mitarbeiter X als unzuverlässig von dir geframed wurde, was schätzt du so sehr an ihm? Wie bereichert er dein Unternehmen?

  5. Feedback. Feedback. Feedback. Frage deine Mitarbeiter nach Feedback. Wie fühlen sie sich? Was empfinden sie? Wie kommen sie mit dem neuen Projekt klar? Was nehmen sie dich wahr? Was wünschen sie sich?

  6. Hinterfrage deine momentane Gefühlslage. Schlechte Stimmung kann dich dazu verleiten, dass du aufgrund von deiner Stimmung negativ gegenüber anderen gestimmt bist. Frage dich: Denke ich über Mitarbeiter X so, weil ich momentan in keiner guten Stimmung bin?

  7. Nehme das Verhalten der Mitarbeiter nicht persönlich. Als eine Führungskraft bist du auch nur ein Mensch. Du darfst fühlen und empfinden. Und so beeinflusst du nicht nur deine Mitarbeiter, sondern sie dich auch. Wie sich deine Mitarbeiter verhalten, hat nichts mit dir zutun. Sie handeln nach ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen. Fällst du eine Entscheidung, frage dich, ob es etwas Persönliches oder Objektives ist. Hat der Mitarbeiter dich tatsächlich angegriffen oder hast du dich angegriffen gefühlt.

Deine Einstellung hat eine große Macht über deine Mitarbeiter, deren Entwicklung und das Unternehmen. Denn deine Mitarbeiter sind mit für den Unternehmenserfolg verantwortlich und du bist der dafür notwendige Treibstoff. Ist dein Treibstoff also Negativ, so kannst du auch kein Gutes Ergebnis erwarten.


Können wir folgendermaßen abschließen: positive mind = happy employees?

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